NABU Umweltbildungsstätte Rolfscher Hof

 

 

 

STAFF Stiftung Lemgo

 

[Stand: 18.01.2012]

   
   
Der Rolfsche Hof  
   

Der Rolfsche Hof existiert als Hofstelle bereits seit dem Mittelalter. Er war ursprünglich eine kleinbäuerliche Kötterstätte, umgeben von einer sich handtuchartig erstreckenden Hagenhufenflur.

Hagenhufensiedlungen entstanden zwischen 1170 und 1220 vor allem in den ehemaligen Grafschaften Lippe und Schaumburg. Die Landesherren überließen den Siedlern mit Wald bedeckte Parzellen (Hufen), die diese roden und urbar machen mußten. Damit einher ging die die persönliche Freiheit für die Siedler und der Wegfall persönlicher Abgaben. Ein eigenes "Hägerrecht" gewährte den Siedlern diese Vorteile.

Der Rolfsche Hof während des Umbaus 2001

 

 

Die letzten Besitzer, das Geschwisterpaar Fritz und Lina Rolf, lebten bis in die 90er Jahre in dem 1899 errichteten Gebäude. Sie betrieben mit einigen Hühnern und Kühen eine kleine Landwirtschaft. Nach dem Tode Fritz Rolfs stand das Gebäude einige Jahre leer und verfiel zusehends.

1998 erwarb die STAFF Stiftung den Hof mitsamt dem Gelände und stellte ihn dem NABU zur Verfügung. Nach umfangreichen Renovierungsarbeiten konnte die Umweltbildungsstätte 2005 offiziell eröffnet werden.

   
   
Unsere Gärten  
Am Hof entstanden in mehrjähriger Arbeit zwei außergewöhnliche Gärten: ein Naturgarten und ein Waldgarten.
   
Hier können Sie sich einige Bilder unseres Gartens anschauen:
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Große Natursteine dienen als Sitzgelegenheit

 

 

Der Waldgarten am Rolfschen Hof

Am Nordhang des Hahnberges entstand 2010 in einem arbeitsreichen Jahr ein "Waldgarten". Möglich gemacht wurde dies durch die Unterstützung der Adolf - Deppe - Stiftung. Dipl. -Ing. Stefan Wrobel aus Detmold hat die Anlage geplant und die Ausführung fachlich begleitet. Die Arbeiten wurden durchgeführt von einer Arbeitsgruppe der Euwatec.

Was ist ein Waldgarten?
Die nachhaltigste und schonendste Art der Landwirtschaft ist die, die den Bedingungen des Standortes (Region, Klima, Boden etc.) und seiner natürlichen Vegetation am nächsten kommt.
Bei uns in Mitteleuropa ist das an den meisten Standorten der Wald. Sämtliche anderen Bewirtschaftungsformen benötigen eine ständige Kultivierung durch den Menschen oder seine Weidetiere - ein hoher Energieeinsatz ist notwendig.
Bei der Anlage bzw. Nutzung eines Waldgartens ist dieser hohe Energieeinsatz nicht nötig. Statt gegen die Natur zu arbeiten und bestimmte Vegetationstypen künstlich durchsetzen zu wollen, arbeitet man mit dieser Methode mit der Natur statt gegen sie. Wo ohne den Menschen eh Wald wachsen würde, ist der Waldgarten eine clevere Alternative der Kultivierung.

Waldgärten sind absolut nichts Neues. Die Menschen und Völker vor allem des Tropengürtels nutzen den Wald in dieser Form schon seit Jahrhunderten.

Die Charakteristika eines Waldgartens:
- die Schichtung der Vegetation
- Baumschicht (Obst- und Nußbäume)
- Strauchschicht (Beeren- und Nußsträucher)
- Krautschicht (mehrjährige Gemüsearten und Kräuter)
- ausdauernde Arten
- kaum Bodenbearbeitung
- Pflanzen wachsen in Gemeinschaften

Waldgärten sind also dazu da, Nahrung auf naturgemäße Art und Weise zu produzieren und sind damit auch gleichzeitig ein wertvoller Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Das Produktivste am Waldgarten sind seine Ränder, denn hier gibt es sehr viel Licht - je mehr waldrandartige Bereiche es im Waldgarten also gibt, desto höher sind die Erträge.
Für die kommerzielle Nutzung und Bewirtschaftung ist diese Methode sicher nur sehr eingeschränkt möglich, aber für den Hausgarten bieten sich hervorragende neue Möglichkeiten.
In Europa gibt es bislang noch wenige solcher Gärten - es gilt also noch viel Neues zu entdecken. Die nächsten Waldgärten gibt es in Wuppertal, Pommritz und Swalmen (NL).

   
   
   

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